Multisensorischer und multifaktorieller Schwindel – wenn vieles zusammenkommt
Was passiert im Körper?
Schwindel entsteht häufig im Zusammenspiel mehrerer Einflussfaktoren. Sehstress, Muskelspannung, ein hochaktiviertes Nervensystem oder innerer Druck können gleichzeitig wirksam sein. In solchen Fällen sprechen Fachleute von multisensorischem oder multifaktoriellem Schwindel. Hinter diesen Begriffen steht ein erklärbares Muster: Mehrere Systeme wirken zusammen und beeinflussen die Orientierung.
Was bedeutet multisensorisch?
Beim multisensorischen Schwindel betrifft das Geschehen das Zusammenspiel verschiedener Sinnesbereiche. Augen, Innenohr und Körperwahrnehmung arbeiten eng zusammen, damit Orientierung stabil bleibt. Kommt es in einem dieser Bereiche zu Überlastung oder veränderter Signalverarbeitung, entstehen widersprüchliche Informationen. Das kann sich als Unsicherheit, Schwanken oder Benommenheit zeigen.
Was bedeutet multifaktoriell?
Multifaktorieller Schwindel beschreibt ein Geschehen, bei dem mehrere Einflussgrößen gleichzeitig wirksam sind. Visuelle Reizdichte, hormonelle Veränderungen, muskuläre Spannung, Erschöpfung oder Stress können sich gegenseitig verstärken. Gerade bei länger bestehenden Beschwerden zeigt sich häufig ein solches Zusammenspiel.
Typische Situationen
– Claudia hat funktionellen Schwindel (PPPD). In einer reizreichen Umgebung wie einem belebten Einkaufszentrum mit viel Licht, Geräuschen und Bewegung reagiert ihr System empfindlich. Zusätzlich bestehen ausgeprägte Verspannungen im Nacken, die das Gleichgewicht weiter destabilisieren. Die Vielzahl visueller Eindrücke kann nicht mehr ausreichend verarbeitet werden.
– Marion hatte vor einigen Monaten eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs. Seitdem reagiert ihr Gleichgewicht sensibler. In Kombination mit Unsicherheit bei visuellen Reizen hat sich ein gemischtes Beschwerdebild entwickelt, bei dem mehrere Einflussfaktoren zusammenwirken. In den Wechseljahren verstärken hormonelle Veränderungen die Instabilität zusätzlich.
– Hannah erlebt visuellen Schwindel, der durch eine gestörte Zusammenarbeit beider Augen verstärkt wird. Die Augen liefern kein stimmiges gemeinsames Raumbild, wodurch Orientierung und Tiefenwahrnehmung instabil werden. Nach einer COVID-Infektion treten zusätzlich Phasen mit Erschöpfung und Benommenheit auf, wodurch sich das Gesamtbild weiter verändert.
– Lea hat chronische Nackenverspannungen, die ihr Gleichgewicht beeinflussen. In der zweiten Zyklushälfte verstärken hormonelle Schwankungen die Instabilität ihres Systems.
Was erwartet dich im Kurs?
– Dein Training ist das Regulationsmodul Balancepunkt . Es ist auf Menschen mit deinem Beschwerdebild ausgerichtet. Bei Bedarf kannst du dein Training um ein thematisches Modul (Visuell/PPPD/Halswirbelsäule) ergänzen. Ein strukturierter Selbsttest zeigt dir, ob ein Themenmodul für dich sinnvoll ist. Wenn du ein weiteres Themenmodul anschließt, verlängert sich dein Trainingszeitraum entsprechend.



