Das Streben nach Perfektion im Alltag
- Sylvia Trölenberg

- 19. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Jan.
Herzlich willkommen zurück auf meinem Blog zum Thema Schwindel, Regulation und innere Balance. Heute möchte ich über einen Aspekt sprechen, der vielen vertraut ist – auch jenen, die nach außen ruhig, organisiert und ausgeglichen wirken: den inneren Druck, alles richtig zu machen.
In den letzten Jahren ist der Druck gewachsen, in allen Lebensbereichen zu funktionieren. Überall begegnen uns Aufforderungen, besser zu schlafen, effizienter zu arbeiten, bewusster zu essen, klarer zu denken, gelassener zu reagieren.
Diese Vielzahl an Anforderungen bleibt nicht außen vor. Daraus entsteht mit der Zeit ein innerer Druck, mitzuhalten. Was ursprünglich als Impuls auftauchte, entwickelt sich so zu einer sozial geprägter Challenge, die gemeistert werden will: immer effizienter, disziplinierter, (vermeintlich) gesünder und jugendlicher zu werden. Der eigene Rhythmus gerät dabei zunehmend in den Hintergrund.
Zwischen Anspruch und Alltag
Frauen sind heute in vielen Bereichen gleichzeitig gefordert: beruflich, familiär, sozial. Sie tragen Verantwortung, organisieren, halten Systeme am Laufen und versuchen dabei, sowohl äußeren Anforderungen als auch den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.
Die Aufforderung, das Beste aus sich zu machen, klingt zunächst positiv. Im Alltag kann daraus schrittweise ein innerer Anspruch entstehen, der den Blick immer wieder auf Optimierung, Kontrolle und Anpassung lenkt.
Diese dauerhafte Selbstbeobachtung kostet Kraft. Der Blick richtet sich darauf, mitzuhalten, Erwartungen zu erfüllen und im Vergleich stabil zu wirken. Halte ich durch, reiche ich aus, bleibe ich belastbar?
Diese innere Bewertung wirkt direkt auf das Nervensystem und hält Spannung aufrecht. Denn das Gehirn unterscheidet nicht zwischen äußerem und innerem Druck. Selbstkritik aktiviert die gleichen Stressmechanismen wie äußere Belastung.
Gerade bei Schwindel zeigt sich dieser Zusammenhang deutlich. Innerer Druck hält das System im Stressmodus, wodurch sich Gleichgewicht nur schwer stabilisieren kann.
Vergleich und Konkurrenz
Unter Frauen entsteht Konkurrenz dort, wo Perfektion, Disziplin und Durchhaltevermögen sichtbar bewertet werden.
Diese Form des Vergleichs hält viele Frauen dauerhaft in Spannung. Der Blick geht nach außen: Wie belastbar bin ich? Wie diszipliniert wirke ich? Wie viel halte ich durch? Dabei wird das eigene Maß für Müdigkeit, Erholung und Grenze zunehmend übergangen.
Zurück zur inneren Realität
Nachhaltige Regeration entsteht durch das Wiedererkennen und Zulassen des eigenen Rhythmus. Der Alltag wird wieder stabiler zwischen Aktivität und Ruhe, Konzentration und Loslassen.
Auch kurze Pausen helfen dem Nervensystem, den Unterschied zwischen Anspannung und Entlastung wieder wahrzunehmen. Gerade bei Schwindel ist diese Unterscheidung zentral, weil Gleichgewicht Sicherheit braucht.
Selbstfürsorge braucht Entlastung und nicht Perfektion.
Fazit
Anhaltender innerer Druck hält das Nervensystem in dauerhafter Aktivität. Orientierung, Gleichgewicht und innere Ruhe werden dadurch zunehmend instabil.
Wenn Anforderungen wieder herunter dosiert werden und der Alltag verlässliche Rhythmen bekommt, kann das System schrittweise aus dem Stressmodus herausfinden. So wird es möglich, dass Gleichgewicht und Balance sich wieder erholen und aufbauen.
Schau gerne für mehr Informationen bald wieder vorbei, viele Dank für deine Zeit und deine Aufmerksamkeit.
Bis bald,
deine Sylvia
Hinweis: Dieser Blog ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei neu auftretenden oder unklaren Beschwerden solltest du ärztlichen Rat einholen.





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